Eine Blaupause mit technischen Zeichnungen.Eine Blaupause mit technischen Zeichnungen.

BLAUPAUSE #11 | 04.06.2026

Heute in Ihrer BLAUPAUSE unter anderem…

  • ein positives Beispiel der öffentlichen Streitschlichtung,
  • eine Einordnung der „KI-Enzyklika” des Papstes aus Sicht der (Krisen-)Kommunikation
  • und die Möglichkeit einer kostenfreien Teilnahme an der ISX IT-Security Conference.

 
Viel Freude beim Lesen!
 
 

David gemeinsam mit Goliath

Man braucht keine langjährige Erfahrung aus dem Krisenmanagement, um zu wissen: Schon die kleinsten Ereignisse können zur öffentlich breitgeschlagenen Krise werden. Gleichzeitig gilt auch immer wieder: „In jeder Krise steckt auch eine Chance”. Und genau diesen Leitspruch nahm sich KFC zu Herzen – und war damit erfolgreich.

 

 

Erst kürzlich entfachte ein Konflikt, als der Fast-Food-Riese seiner neuen Dönervariante denselben Namen gab, wie der einer Bielefelder Döner-Kette. Diese erhob fix Anzeige im Streit um die Markenrechte und zeigte sich dabei öffentlich.
Was leicht zu einem unübersichtlichen medialen David-gegen-Goliath-Prozess für KFC hätte werden können, moderierten sie stattdessen zu einem gewinnbringenden Kompromiss. KFC positionierte sich schnell auf Augenhöhe: „Wir wollen keinen Beef” – der Fokus liege immerhin auf Chicken (fast so gut wie unsere Flachwitze – siehe unten).

Mit dem Schauspieler Kida Ramadan, der das Geschehen verfolgte, fand sich dann außerdem noch eine prominente Vermittlerrolle. Das alles wurde unterhalten vom Publikum aufgenommen. Sehr wahrscheinlich finanziell, aber wenigstens reputabel konnten hier beide Seiten gewinnen – Chapeau!

„Drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit eine Schlichtung (öffentlich) erfolgreich sein kann. Eine davon: Beide Seiten müssen durch den Streit etwas verlieren, etwa Reputation, Geld oder Zeit.”
 
~ Marcus Ewald, Geschäftsführer DUNKELBLAU

Unser Geschäftsführer Marcus Ewald gab zu diesem positiv aus der Reihe fallenden Schlichtungsmoment seine Einschätzung und erklärt, was die Bedingungen sind, unter welchen solche Einigungen (gut) funktionieren.

Hier geht’s zum Artikel

 


Die KI-Enzyklika ist da!

Enzyklika – ein Wort, das manche Menschen vor einigen Tagen vielleicht das erste Mal gehört haben. Verständlich, denn so ein Lehrschreiben an die katholische Kirche – und Menschen darüber hinaus – veröffentlicht der Papst nicht alle Tage, noch seltener mit einem so aktuellen, kirchen-ungebundenen Thema. Dabei greift „KI-Enzyklika”, wie sie nun mancherorts betitelt wird, viel zu kurz. Die „Magnifica Humanitas” – der Titel sagt es schon – spannt den Bogen viel weiter: über die Bewahrung des Menschen in seiner Beziehung zur Maschine.

Papst Leo XIV. zur (Krisen-)Kommunikation
In einem eigenen Abschnitt entwirft Papst Leo XIV. eine ganze „Ökologie der Kommunikation” und kommentiert dabei auch die weltweite Krisenkommunikation: „So wird Krieg nicht nur geführt, sondern auch kulturell vorbereitet: durch vereinfachende Narrative, Freund-Feind-Logik, Desinformation und Angst.” Der Papst ergibt sich aber nicht der Ohnmacht, sondern zeigt zuversichtlich den Weg auf: Nur die gemeinsame Suche nach der geteilten Wahrheit kann eine gerechte Kommunikation begründen.

Die Gesellschaft katholischer Publizistinnen und Publizisten (GKP), in deren Vorstand auch unser Geschäftsführer Marc Lenzke aktiv ist, zeigt sich in einer Antwort auf die Enzyklika besonders erfreut über den Stellenwert des Journalismus, den der Papst ihm unter anderem mit der Wichtigkeit der Medien- und Pressefreiheit beimisst.

„Diese Enzyklika setzt einen Maßstab, anstatt – wie so oft – bereits abgeschlossene gesellschaftliche Veränderungen irgendwann katholisch nachzuvollziehen.
Der Wurf geht diesmal nach vorne und lässt trotzdem eine kritische Betrachtung der Kommunikationskultur innerhalb der Kirche nicht aus. Das wirkt erstaunlich gut.”

 
~ Marc Lenzke, Geschäftsführer DUNKELBLAU, Vorstandsmitglied GKP

Wer sich außerdem für die Inhalte zur KI interessiert, kann das HIER bei Marcus Ewald auf LinkedIn nachlesen.

 


Die steigende Relevanz der Krisenkommunikation

 

 

Wenn von einem Hacker-Angriff die Rede ist, wirkt vieles plötzlich sehr abstrakt: So mancher stellt sich den klassischen Hacker mit Kapuzenpulli im abgedunkelten Kellerzimmer vor – alternativ vielleicht auch den jungen informatik-begabten Schüler, der quasi „aus Versehen” Unternehmen hackt.

Tatsächlich stecken hinter vielen Angriffen organisierte Hacker-Gruppen. Die Angreifer haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend professionalisiert und arbeiten selbst in unternehmensähnlichen Strukturen: Es geht um Effizienz und Gewinn.
Gleichfalls haben die Hacker eine Unternehmensstrategie. In den vergangenen Monaten lässt sich ein Trend-Wechsel ausmachen: Anstatt Systeme zu verschlüsseln, um das Unternehmen arbeitsunfähig zu machen, sind manche Hacker dazu übergegangen „nur” Daten abzuleiten und diese zu veröffentlichen bzw. damit zu drohen. Ein Backup der Daten, sofern vorhanden, ist also nicht mehr das Allheilmittel in der Cyber-Sicherheitsstrategie. Es geht vermehrt viel mehr um strategische Entscheidungen: Wann sage ich was meinen Kunden und Partnern, wenn Daten abgeflossen sind und drohen, öffentlich zu werden?

Mit dieser Entwicklung gewinnt auch eine kluge Krisenkommunikation bei Cyber-Angriffen weiter an Relevanz.

Auf der ISX IT-Security Conference der Vogel IT-Akademie zeigt DUNKELBLAU deshalb am 09., 16. und 23. Juni in einem Workshop, was ein Erst-Statement in der Cyber-Krise alles braucht und welche die strategischen Grundpfeiler der Krisenkommunikation in diesem Fall sind. Darüber hinaus bieten die Veranstaltungen in München, Hamburg und Düsseldorf viele weitere aktuelle Blickwinkel, auf das umfassende Thema Cyber-Sicherheit.

Als Speaker haben wir Codes für eine kostenfreie Teilnahme an dem Event zu vergeben – wer Interesse daran hat schreibt gern einfach eine Nachricht über LinkedIn an die Referentin Janka Kreißl.

Hier kommen Sie zu der Veranstaltung

 


Buchempfehlung: Just a couple of days

Was passiert, wenn Sprache aufhört zu funktionieren?
In seinem Sci-Fi-Roman „Just a couple of days” entwirft Tony Vigoritos eine Welt, in der eine „humane“ Art der Kriegsführung getestet wird. Menschen werden nicht getötet; stattdessen raubt ein Virus ihr Symbolverständnis und macht sie damit handlungsunfähig. Nicht nur nimmt die genetische Waffe den Infizierten die Fähigkeit zur Verständigung, sie verlieren auch das Bewusstsein ihrer Selbst.

Im Zentrum: ein Molekulargenetiker, der vor der Frage steht, ein Gegenmittel zu entwickeln und sich damit sowohl in die Abhängigkeit der amoralischen Projektleitung zu stellen als auch sich selbst in der Rolle eines Mitverantwortlichen sehen zu müssen.

„Just a couple of days“ zeigt, welche fundamentale Bedeutung Sprache für das Individuum und das geteilte Leben hat und wie Mensch und Gesellschaft ohne (nicht) funktionieren. Tony Vigoritos schreibt dabei sehr eindrücklich, clever und sarkastisch und regt mit großen Fragen zum Nachdenken an, während er zeitgleich zum Lachen bringt.

Hier kommen Sie zum Buch

 


Unser bester Flachwitz

Um den Kopf zu befreien und Energie zu tanken, tauschen wir in unseren Krisenstäben gern Flachwitze aus. Unsere Schublade ist schon so gefüllt, dass wir für beinahe jeden Anlass einen passenden Witz parat haben. So auch der Flachwitz dieser Ausgabe, den wir Dir mit dem Einzug des Sommers und den steigenden Gradzahlen mitgeben:

Was ist ein Keks unter einem Baum?

Ein schattiges Plätzchen!

 
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Hier können Sie uns antreffen:

Wir freuen uns auf die Veranstaltungen und alle bekannten sowie neuen Kontakte!

  • Webinar Krisenkommunikation nach Cyber-Angriff

    Was sage ich eigentlich, wenn ich selbst nicht genau weiß – oder verstehe –, was in meinem Unternehmen gerade passiert? Was muss ich sagen, weil ich rechtlich dazu verpflichtet bin? Und wie sage ich das am besten, damit meine Mitarbeitenden, Kunden und Partner mich – auch und vor allem in der Krise – als zuverlässig wahrnehmen? Das teilt Janka Kreißl aus ihrer langjährigen und vielseitigen Erfahrung aus Krisenstäben nach Cyber-Attacken im Webinar der Zertifizierungsstelle DQS am 17. September von 9:30 – 16:30 Uhr.

  • 6. Thüringer IT-Security-Day 2026

    Zum 6. Mal lädt die IHK Thüringer Unternehmen und Interessierte zum IT-Security Day nach Erfurt ein. Vertreter aus KMU und Start-ups, Geschäftsführer, IT-Entscheidende und Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Behörden setzen auch in diesem Jahr wieder einen Fokus auf den Cyberschutz, Bewältigungsstrategien und einen verbindenden Austausch – zu welchem Anna Baumbach aus Sicht des Krisenmanagements beitragen wird.

  • IT- und Organisationsforum 2026 (ITOF)

    Der Tacker soll weg, die Ordner sollen aussortiert und – vielleicht trauen wir es uns ja wirklich einmal – das Faxgerät Teil der Vergangenheit werden. Das sind die Entwicklungen in der umfassenden Bürokratie Deutschlands. Doch ist denn auch alles sicher genug, wenn die Formulare digital werden? Das IT- und Organisationsforum, eine Veranstaltung der Sächsischen Staatskanzlei Dresden, widmet sich dieser Frage: Es bringt Expertinnen und Experten zusammen, um die Verwaltungsdigitalisierung im Freistaat Sachsen voranzutreiben. Zudem werden bestehende und zukünftige Risiken in Betracht gezogen und Szenarien wie Cyber-Angriffe besprochen. Stephan Summers erklärt vor Ort, wie Krisenvorbereitung und im Worst Case Krisenkommunikation aussehen können.

  • MarketingTag Ost

    Nach einem gelungenen Auftakt im letzten Jahr veranstaltet der Marketingclub Leipzig wiederholt den Marketingtag-Ost – die größte Marketingkonferenz Ostdeutschlands. In ihrer Session werden Janka Kreißl und Marc Lenzke am 26. Juni auf der Mainstage zeigen, wie sich Reputationsschäden nach Ransomware-Angriffen vermeiden lassen. Der Hauptveranstaltungstag wird eingeführt mit einem Vorabendprogramm in der Rotkäppchen Erlebniswelt.

  • 80 Jahre Recht & Wirtschaft

    Seit 80 Jahren ist der Betriebs-Berater eine der renommiertesten Fachzeitschriften im deutschen Wirtschafts- und Unternehmensrecht. Was 1946 als Informationsblatt für die Nachkriegswirtschaft begann, ist heute ein etabliertes Referenzwerk für Juristinnen, Steuerberater und Wirtschaftsprüferinnen – und das Herzstück der Fachmedien Recht & Wirtschaft in der dfv Mediengruppe. Zu dieser Geburtstagsfeier lädt Recht & Wirtschaft ins Hilton Frankfurt City Centre ein. Marc Lenzke und Janka Kreißl werden mit weiteren Leserinnen, Wegbegleitern und Freunden des Hauses zu diesem besonderen Jubiläum anstoßen.

  • DATAGROUP Sunset Dinner

    Wenn von Cyber-Angriffen die Rede ist, wird häufig in rein technischen Kategorien gedacht. Seltener wird darüber gesprochen, welche strategischen Entscheidungen außerhalb der IT-Abteilung getroffen werden müssen. Das Sunset Dinner des IT-Dienstleisters DATAGROUP in Bremen thematisiert bewusst einen Fall aus der Praxis: Der Baustoffhändler Leymann spricht offen über den Hacker-Angriff, der vor einem Jahr den laufenden Betrieb erschwerte. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wird neben der technischen auch die kommunikative Herausforderung dieses Angriffs und seiner Bewältigung erläutert.

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